Freitag, Dezember 2, 2022

Roger Federer beendete seine große Karriere mit einer Niederlage

UAm Samstagabend um 0.25 Uhr Ortszeit ging eine der größten Sportkarrieren zu Ende. Mit Tränen in den Augen verabschiedete sich Roger Federer vom Tennis in London. Nach über 100 Turniersiegen und insgesamt 20 Grand-Slam-Titeln hat der 41-jährige Schweizer seine beeindruckende Karriere beendet.

Federer war in seinem letzten offiziellen Match kein Finalsieg vergönnt. Beim Laver Cup in London verlor Federer an der Seite des Spaniers Rafael Nadal gegen das US-Duo Jack Sock und Frances Tiafoe im Tiebreak-Match 6:4, 6:7 (2:7), 9:11. Danach umarmte Federer alle seine Teamkollegen und ließ sich von den Zuschauern feiern. „Roger, Roger“-Gesänge hallten durch die O2 in London.

„Es hat sich wie eine Feier angefühlt und genau das wollte ich“, sagte Federer im anschließenden Interview auf dem Platz. Immer wieder musste er das Gespräch mit dem amerikanischen Ex-Profi Jim Courier unterbrechen, weil er weinen musste. „Es war eine perfekte Reise. Ich würde es wieder genauso machen.“

Federer hatte vergangene Woche angekündigt, seine Karriere nach dem Mannschaftswettbewerb zu beenden. Der Schweizer musste sich insgesamt drei Knieoperationen unterziehen. Sein letztes Spiel auf der ATP-Tour hat er vor über einem Jahr in Wimbledon bestritten.

Beim Laver Cup tritt von Freitag bis Sonntag ein europäisches Team gegen eine Auswahl von Spielern aus dem Rest der Welt an. Nach dem ersten Tag steht es 2:2.

Federers letzter Auftritt verzögerte sich deutlich, weil sich der Brite Andy Murray und Alex de Minaur aus Australien fast zweieinhalb Stunden gegenüberstanden. Beide zeigten ein Duell auf hohem Niveau – doch in der Arena und vor den Fernsehern weltweit interessierte sich kaum jemand dafür. Alle warteten nur noch auf den Moment, in dem Federer zum letzten Mal für ein offizielles Match einen Tennisplatz betreten würde.

Um 22:03 Uhr Ortszeit war es endlich soweit. Unter dem ohrenbetäubenden Jubel der Fans betrat Federer die Arena zusammen mit seinem langjährigen Rivalen und heutigen Freund Nadal. „Nach all den großartigen Dingen, die wir auf und neben dem Platz miteinander geteilt haben, werde ich es nie vergessen, Teil dieses historischen Moments zu sein“, sagte Nadal vor dem Spiel. Federer hatte sich den Spanier in seinem letzten Match als Doppelpartner gewünscht.

Und die beiden Superstars, die zusammen 42 Grand-Slam-Titel gewonnen haben, begeisterten das Publikum von Anfang an. Federer und Nadal scherzten immer wieder zusammen, auch der Rest des Europa-Teams um Novak Djokovic war gut gelaunt. Und auch sportlich blitzte Federer immer wieder auf, dass er das Tennisspielen mit 41 Jahren und nach Knieoperationen nicht verlernt habe.

Vor dem Spiel war Federer die Anspannung anzusehen. Die langjährige Nummer eins versuchte immer wieder, mit Scherzen für eine entspannte Atmosphäre zu sorgen. Doch schon auf dem Weg in die Arena, den Federer in einem Instagram-Video live mit seinen Fans teilte, fiel dem Schweizer Maestro die Besonderheit des Augenblicks auf. „Ich habe es 1000 Mal gemacht, aber es fühlt sich anders an“, sagte Federer.

Auf dem Platz hatte der 20-malige Grand-Slam-Champion seine Nerven jedoch weitgehend im Griff und fand die richtige Mischung aus Gelassenheit und Seriosität. Doch für einen Finalsieg reichte es nicht.

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