Freitag, Dezember 2, 2022

Flüchtlinge aus der Ukraine treiben die Bevölkerung in Deutschland auf 84 Millionen in die Höhe

WDurch den Zuzug von Flüchtlingen aus der Ukraine leben so viele Menschen wie nie zuvor in Deutschland. Im ersten Halbjahr 2022 stieg die Einwohnerzahl erstmals auf über 84 Millionen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Am 30. Juni 2022 lebten in der Bundesrepublik 843.000 Menschen mehr als Ende 2021, was einem Bevölkerungswachstum von 1,0 Prozent entspricht.

Zuwächse dieser Größenordnung seit der Wiedervereinigung gab es nur 1992 (+700.000) durch die Grenzöffnungen in Osteuropa und den Krieg im damaligen Jugoslawien sowie 2015 durch die damalige Flüchtlingsmigration (+978.000). Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2021 hatte die Einwohnerzahl um 82.000 Menschen oder mindestens 0,1 Prozent zugenommen.

Ausschlaggebend für die aktuelle Entwicklung ist der Zustrom von Flüchtlingen aus der Ukraine infolge des russischen Angriffskriegs: Im ersten Halbjahr wanderten netto rund 750.000 Ukrainer nach Deutschland ein. Insgesamt lag die Nettozuwanderung nach vorläufigen Ergebnissen bei rund 1,0 Millionen Menschen. Sie war siebenmal so hoch wie im ersten Halbjahr 2021 mit 134.000. Gleichzeitig starben in Deutschland zwischen Januar und Juni 161.000 Menschen mehr als gleichzeitig geboren wurden. Dies verlangsamte das Bevölkerungswachstum.

Die Zahl der in Deutschland lebenden Frauen und Mädchen stieg mit 526.000 (+1,2 Prozent) deutlich stärker als die Zahl der Männer und Jungen mit 317.000 (+0,8 Prozent). Darin spiegelt sich wider, dass vor dem Krieg vor allem Frauen und Kinder aus der Ukraine geflohen sind: Ende Juni 2022 lebten 501.000 ukrainische Frauen und Mädchen mehr in Deutschland als Ende 2021. Die Zahl der ukrainischen Männer und Jungen stieg um 248.000.

Die Einwohnerzahl stieg den Statistikern zufolge in allen Bundesländern, regional jedoch unterschiedlich: Am stärksten wuchsen Berlin (+1,3 Prozent), Bayern und Hessen (je +1,2 Prozent). Bremen (+0,5 Prozent), Thüringen (+0,6 Prozent) und das Saarland (+0,7 Prozent) verzeichneten dagegen die relativ geringsten Zuwächse.

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